Aufbau der Stimme mit der richtigen Gesangstechnik – Teil 3 MIX

Wie bereits im Blog „Aufbau der Stimme mit der richtigen Gesangstechnik Teil 1“ beschrieben, ist es nötig, ab einem bestimmten Bereich der Stimme, oder man kann auch sagen ab einer bestimmen Tonhöhe, zu „mixen“. Nötig deshalb, weil nur so die Stimme in gesunder Balance bleibt und sonst vor allem zwei unerwünschte Effekte auftauchen:

Die erste Möglichkeit ist, dass der Sänger oder die Sängerin in der Bruststimme bleibt, obwohl die Tonhöhe steigt. Dabei muss die Lautstärke erhöht werden, man braucht viel Kraft dazu, was sich dann letztendlich ähnlich wie Schreien anhört und anfühlt. Die Stimmbänder sind zu dick, der Kehlkopf ist oft hoch, der Vokal wird zu breit und der erwünschte Ton wird nur zu tief oder gar nicht erreicht. Diese Art, die Bruststimme zu hoch zu bringen, ist für die Stimme sehr schädigend und fühlt und hört sich auch dementsprechend an.

Die zweite Möglichkeit ist, dass der Sänger oder die Sängerin ab einer bestimmten Tonhöhe (beim ersten Registerübergang) keine Verbindung zur Bruststimme halten kann. Die Stimmbänder schließen nicht mehr ganz und sind dünner, wenn sie vibrieren. Dies hört sich sehr luftig und fühlt sich sehr leicht und „kopfig“ an und ist zudem verbunden mit einem plötzlich zu hörenden und fühlenden Bruch. Diese Art, die Bruststimme komplett gehen zu lassen, ist nicht schädlich, aber natürlich nicht das, was wir als SängerIn gerne haben würden.

Die gesündeste und wünschenswerteste Art, über den ersten Registerübergang zu singen, ist der Mix.

 

Was bedeutet Mix?

Mix ist eine Überlagerung oder eine Kombination von Brust- und Kopfstimme. Ein Sänger/eine Sängerin mit einer trainierten balancierten Stimme kann durch seinen oder ihren gesamten Stimmumfang fließend und ohne Brüche singen, indem er/sie mixt.

Das heißt, dass der Übergang von der Bruststimme in das nächste Register so gestaltet ist, dass die Stimmbänder nach und nach ausdünnen, die Verbindung mit der Bruststimme aber bestehen bleibt. Ab einer bestimmten Tonhöhe ändern sich die Einstellungen der Muskeln und der Stimmbänder in unserem Kehlkopf. Je tiefer wir singen, desto dicker und kürzer sind die Stimmbänder, je höher, desto dünner und länger/gespannter. Dieser Wechsel sollte aber nicht abrupt erfolgen – dies wäre wenn wir einen Bruch hören und fühlen – sondern nach und nach.

Im Mix bleibt unsere Kehlkopf in einer natürlichen Position. Die Stimme bleibt in Verbindung mit der Bruststimme, aber ist weder zu stark noch zu leicht. Sie bleibt in einer gewissen Kraft, hört sich toll an, auch wenn wir höher singen. Genau das ist das Ziel in meinem Gesangsunterricht München: die Arbeit an der individuellen Stimme so zu gestalten, dass ein balancierter Mix ausgebildet wird und sich dadurch Stimme und SängerIn weiterentwickeln. Dies geschieht natürlich nicht von heute auf morgen, entscheidend sind die richtigen Übungen, die richtige Technik, regelmäßiger Unterricht und regelmäßiges Üben.

Durch die Arbeit am Mix werden Brüche in der Stimme geglättet und man kann individuell weiter an der Stimme arbeiten: am Stimmumfang, an den weiteren Registerübergängen, an zu leichtem oder zu hartem Mix (der Anteil an Brust- oder Kopfstimme), am Lied oder Song, an der Stilistik, an der Performance,…