Aufbau der Stimme mit der richtigen Gesangstechnik – Teil 2 Das A und O: Die Arbeit mit Vokalen und Konsonanten

Das Ziel der Übungen in meinem Gesangsunterricht in München für alle SängerInnen ist, dass sie vom tiefsten Ton der Bruststimme bis zum höchsten Ton ihres Stimmumfangs graduell und fließend singen können, und auch wieder zurück, ohne Brüche in den Passagios und ohne dass die Position des Kehlkopfs in seiner natürlichen, neutralen Lage – entsprechend der Position beim Sprechen – geändert werden muss.

Je nach individueller Tendenz des Sängers/der Sängerin gibt es bestimmte Kombinationen von Konsonanten und Vokalen, die eine bestimmte Funktion im Stimmapparat auslösen, wie beispielsweise einen besseren Stimmbandschluss oder ein Ausdünnen der Stimmbänder.

 

Wir unterscheiden folgende Gruppen von Konsonanten:

Stops: wie G, K, D, B, P stoppen den Luftstrom

Nasals: wie N, M, NG regulieren den Luftstrom

Glides: wie Y, W (mit amerikanischer Aussprache) regulieren den Luftstrom

Fricatives: wie F, SH, H verstärken den Luftstrom

Der Konsonant und die passende Artikulation helfen dabei, muskuläre Kraft und Luftstrom zu balancieren und diese Balance im darauffolgenden Vokal zu halten.

 

Wir unterscheiden hauptsächlich 10 wichtige Vokale (mit amerikanischer Aussprache):

EE (wie das deutsche i)

AY

IH

EH

AE

OO

OH

OU (wie z.B. in book)

UH

AH

 

Die Vokale unterscheiden sich in ihrem Grad von Geschlossenheit oder Offenheit. AE (wie äh) und ah (wie in Bach) sind die offensten Vokale, EE und OO (wie u) sind die geschlossensten Vokale, je nachdem wie die Position der Zunge ist im Verhältnis zum Gaumen ist.

Geschlossene Vokale wie EE (i) und OO (u) fördern dabei eher die Kopfstimme, AE als offenster Vokal fördert dabei eher die Bruststimme.

 

Konsonanten, Vokale und ihre Kombination können also als Werkzeuge verwendet werden, um die Stimme in Balance zu bringen, eine Balance zwischen Luftmenge, -druck und Muskeln und um durch die Register zu führen.

Die Übungen in Verbindung mit der Konsonant-Vokal-Kombination sind nicht standardisierbar, sondern müssen natürlich an jeden Sänger/jede Sängerin individuell angepasst werden.

Wie schon in Teil 1 beschrieben, muss der Sänger/die Sängerin oftmals ein komplett neues Stimmgefühl und einen neuen Klang akzeptieren, um die alten Stimmgewohnheiten loszulassen und die Stimme in perfekte Balance zu bringen.